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MMA und Selbstverteidigung

Kann man MMA zur Selbstverteidigung nutzen?

Alle traditionellen Kampfsportarten - bewaffnete sowie unbewaffnete - haben ihre Wurzeln in Kriegskünsten. Sie sollten auf dem Schalchtfeld oder bei einer Auseinandersetzung den entscheidenden Vorteil bringen, um zu überleben. Im Laufe der Zeit war es für die breite Bevölkerung nicht mehr notwendig sich für einen Kampf auf Leben und Tod vorzubereiten. Die Kriegskünste verloren zum großen Teil ihre Bedeutung und sie wurden zu Sportarten. Es wurden Wettkämpfe ausgetragen und Regeln geschaffen.

Grundsätzlich ist jede Kampfsportart zur Selbstverteidigung geeignet. Allerdings gelten in einer solchen Situation andere Regeln... nämlich gar keine. Kein Angreifer wird sich an Regeln halten. Er wird alles versuchen, um sein Ziel zu erreichen. Darüber hinaus wird man auf der Straße keine Schutzausrüstung oder bequeme und weite Sportkleidung tragen. Der Stress und die Angst können so schockierend sein, dass man nicht mehr handlungsfähig ist. Darüber hinaus sinkt bei den Angreifern immer mehr die Hemmschwelle. Nicht selten werden schwerste Verletzungen in kauf genommen und auf am Boden liegende Opfer eingetreten, geschlagen oder es werden Waffen benutzt.

Diese besonderen Faktoren müssen zwingend im Training berücksichtigt werden, um eine effektive Selbstverteidigung zu ermöglichen.

Das MMA eignet sich bereits sehr gut zur Selbstverteidigung. Es beschränkt sich nicht auf Teilbereiche eines Kampfes sondern beinhaltet alle Phasen, die im Kampf - sei es sportlicher Wettkampf oder ein Kampf auf der Straße - entstehen können. Hierzu gehört "die Phase der freien Bewegung", in der sich beide Kämpfer im Stand befinden, ohne Körperkontakt zu haben oder sich fassen. Hier kommen Schlag- und Tritttechniken zur Anwendung. Geht ein oder gehen beide Kämpfer in den Körperkontakt mit Packen, Greifen oder Klammern über, so ist eine freie Bewegung nicht mehr möglich. Die eigene Bewegung wird durch den anderen Kämpfer behindert und eingeschränkt. Bei dieser Phase spricht man üblicherweise vom "Clinch". Im Clinch können nun Wurftechniken und Takedowns angewendet werden, jedoch sind Schlag- und Tritttechniken nicht mehr so wirkungsvoll, wie in der Phase der freien Bewegung. Als dritte Phase kann man den Kampf am Boden bezeichnen, der sich oft an den Clinch anschließt, nach dem ein Kämpfer den anderen zu Boden gebracht hat oder auch zu Fall gekommen sein kann.

Im MMA sind Techniken aus vielen verschiedenen Kampfsportarten vereinigt und es gibt nur wenige Körperstellen, die nicht angegriffen werden dürfen. Dadurch wird der Trainierende im reinen MMA-Training bereits mit vielen verschiedenen Techniken konfrontiert und es gibt nur wenig, was ihn noch überraschen kann. Darüber hinaus trainieren wir zusätzlich die Verteidigung gegen Hieb- und Stichwaffen, um auch für solche Situationen vorbereitet zu sein. Durch bestimmte Übungen erzeugen wir im Training Stress, um solche Situtionen kennen zu lernen und noch handlungfähig zu sein.

Im MMA ist es sehr wichtig greifen und packen zu können, um beispielsweise Würfe, Takedowns oder Hebel anzuwenden. Aus diesem Grund werden im Training und Wettkampf keine großen Boxhandschuhe getragen sondern nur relativ kleine Faustschützer, die ein Greifen und Fassen ermöglichen. Da die Handschuhe kaum größer sind als die Hand besteht nicht die Möglchkeit sich bei Schlägen zum Kopf dahinter zu "verstecken". Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit die Techniken und Strategien so zu wählen, dass die Angriffe des Gegners so wenig Schaden wie möglich anrichten. In einer Selbstverteidigungsituation ist es nicht anders.

Wir ergänzen das MMA durch Trainingsprinzipien, zusätzliche Techniken und Taktiken, um Sie bestmöglich auf einen Angriff oder eine Auseinandersetzung ausserhalb der Trainingsstätte vorzubereiten.

©2008 Mixed Martial Arts - Self Defence